Hannah in Tralee

Name: Hannah
Ausbildung: Schreinerin
Praktikumsort: Tralee, Irland März 2022

Die Zeit in Irland wird mir für immer unvergesslich bleiben!
Noch nie habe ich mich so schnell in ein Land und seine Menschen verliebt. Aber nun von Anfang an und der Reihe nach.

Wir, Schreinerinnen im dritten Ausbildungsjahr, wohnten während unseres vierwöchigen Praktikums in einer Unterkunft nur 3 Minuten von Tralees Stadtzentrum entfernt.

In der ersten Woche besuchte ich die Sprachschule, in den drei darauffolgenden Wochen arbeitete ich in einer Schreinere. An den Wochenenden haben wir so viel Irland mitgenommen, wie nur irgendwie möglich.

Die Sprachschule Celtic School of English ist ein süßes Haus mit ein paar Räumen, in denen in kleinen Gruppen Englisch gelernt, viel gesprochen und gelacht wird. Lehrer sind auch nur Menschen und so standen sie mir zu jeglicher Frage (welche Süßigkeiten müssen wir probieren, was muss man in Tralee gesehen haben, …) Rede und Antwort!

Gemeinsam mit einer der Lehrerinnen machten wir einen kleinen Abstecher in meine Schreinerei, damit ich die Leute und den „workshop“ schon vorab kennenlernen konnte. Die Schreinerei ist, wie die meisten Schreinereien in Irland, in einer Lagerhalle im Industriegebiet. Morgens wird das große Rolltor aufgemacht und es herrscht innen dieselbe Temperatur wie draußen, sommers wie winters!

Unser Besuch dauerte zwar nur 5 Minuten, aber diese 5 Minuten haben mir den Einstieg in der Woche darauf unglaublich erleichtert!

Die Schreinerei B&C Joinery wird von Bob und seinem Sohn Brian geleitet. Sie sind auf Treppen jeglicher Art spezialisiert, egal ob gerade, rund oder mit Podest, Treppengeländer, Handläufe und alles, was dazu gehört. Außerdem bauen sie Türrahmen und Zargen inkl. Türen, Fenster mit Fensterbrettern und nebenher wird gezaubert, was die Laufkundschaft gerade wünscht.

An meinem ersten Arbeitstag wurde ich unglaublich lieb und offen empfangen und direkt auf eine Tasse Tee eingeladen. Nachdem wir einen Plausch gehalten hatten und die erste Aufregung vergangen war, starteten wir mit der Arbeit. Wenn ich einzelne Wörter oder den Zusammenhang nicht verstanden hatte, beschreiben oder erklärten sie es mir so lange, bis ich es tat.

In der ersten Woche stellten wir u.A. eine Treppe fertig. Ich durfte die Stacheten anfertigen und Teile zum Handlauf beitragen. Als alles fertig war, gingen wir auf Montage und ich sah das erste Mal, wie eine Treppe eingebaut wird. Für den neuen Auftrag, 13 Türrahmen inkl. passenden Türen mit Füllung, war ich mit Brian direkt beim Holzhändler Holz aussuchen. Danach ging es ans Zusägen, Abrichten, Hobeln, … .

Alles in Allem bin ich überglücklich bei Bob und Brian gelandet zu sein! Ich habe so viele neue Eindrücke gewonnen, andere Herangehensweisen kennen gelernt und drei Wochen mit herzensguten Menschen zusammenarbeiten dürfen.

Die Wochenenden haben wir natürlich so vollgepackt, wie nur irgendwie möglich!

Wir starteten mir einer Radtour von Tralee ausgehend über die Windmühle bis hin zum Fenit Harbour und entdeckten dabei schon die ersten Strände. Wir machten eine Rundfahrt auf der Halbinsel Dingle, wie so ziemlich jeder Tourist. Ein Kurztrip nach Galway und den Cliffs of Moher darf dabei natürlich nicht fehlen!

Mein landschaftliches Highlite war eine kleine Wanderung durch den Nationalpark von Killarney. Wenn man etwas weiter in den Park hineingeht, erstreckt sich eine wunderschöne, bergige Landschaft mit Seen und dem Meer. Bei gutem Wetter kann man in die Weiten von Irland schauen und sich darin verlieren. Wer zur Abwechslung lieber einen Tag am Strand verbringen möchte, muss nicht lange suchen. Irland hat eine große Auswahl an Stränden und der wohl schönsten Strand Irlands ist der Banna Beach, welcher mit dem Auto nur ca. 15 min von Tralee entfernt ist.

Die Abende kann man in einem der typischen Pubs bei irischer Livemusik ausklingen lassen. Dort trifft man Jung und Alt und Omis, die dort ihren 80. Geburtstag feiern.

Die Landschaft in Irland ist ein Traum, die Kühe weiden direkt am Meer auf einer Düne, die Schafe liegen auf großen, grünen Wiesen und genießen die Sonne.

Die Menschen sind unglaublich lieb, offen und hilfsbereit, man kann sich ihrer fröhlichen Art und ihrem Charme nur schwer entziehen.

Vielleicht hatten wir Glück mit dem Wetter, mit der Jahreszeit oder den Coronalockerungen. Vielleicht haben wir uns aber auch nur mit Haut und Haar auf das Abenteuer eingelassen und sind gebührend belohnt worden.