Name: Salvatore
Ausbildungsberuf: Kaufmann für IT Systemmanagement
Auslandspraktikum: in Vilnius, Litauen
Vilnius, die Hauptstadt von Litauen und die größte Stadt im Baltikum, mag auf den ersten Blick nicht besonders attraktiv erscheinen. Doch ich hatte dort eine der schönsten Zeiten meines Lebens und das hatte ich so nicht erwartet. In einer Gruppe von vier Jungs sind wir nach Vilnius gereist und von Anfang an hat alles gut harmoniert. Wir wurden zu guten Freunden und hatten eine großartige Zeit.

Salvatore in Vilnius
Unser Flug startete in Frankfurt am Main und dauerte etwa 2 Stunden. In Vilnius wurden wir von einer Mitarbeiterin der Partnerorganisation empfangen, die uns den Transfer zum Hotel organisierte und uns alle wichtigen Informationen mitteilte. Wir hatten eine Art Studentenhotel, das erst im Jahr 2022 eröffnet wurde. Die Ausstattung des Hotels hat uns positiv überrascht: Einzelzimmer mit eigenem Bad, Küche und Schreibtisch. Im Foyer gab es Freizeitangebote wie Billardtisch, Dartscheibe, Fernseher mit PS5 und eine Gemeinschaftsküche. Außerdem hatte das Hotel eine Dachterrasse, auf der man die Sonne genießen konnte. Die Gäste im Hotel waren größtenteils junge Menschen, die entweder in Vilnius studierten oder an einem Erasmus-Programm teilnahmen. Die Atmosphäre war sehr angenehm und es war einfach, neue Kontakte zu knüpfen. Das Hotel befand sich im Norden von Vilnius und die Fahrt in die Innenstadt dauerte etwa 30 Minuten mit dem Bus. Vor dem Hotel gab es einen Einkaufsladen, in dem man alle alltäglichen Dinge kaufen konnte.
Ich habe vier Wochen lang bei einer IT-Firma in Vilnius gearbeitet, die Softwareentwicklungen und IT-Services anbietet. Schon am ersten Tag war ich von der Firma begeistert, da sie genau das Unternehmen war, für das ich arbeiten wollte. Das Team war jung und sprach sehr gut Englisch. Ich wurde gut integriert und mir wurde am ersten Tag das Büro gezeigt. Besonders beeindruckt war ich von der Küche, in der es verschiedene Kaffeesorten, Snacks und litauisches Eis gab. In der Firma gab es keine festen Arbeitsplätze, sondern sogenannte Shared Desks. Das bedeutet, dass man sich jeden Tag einen neuen Arbeitsplatz aussuchen konnte. Die Arbeitszeiten und der Arbeitsort waren flexibel, da es keine Vorschriften gab. Obwohl ich theoretisch jeden Tag entscheiden konnte, wo ich arbeite, war es mir wichtig, im Büro zu sein, um Kontakt zu meinen Arbeitskollegen aufzubauen. Meistens arbeitete ich von 9 bis 17 Uhr mit einer Mittagspause zwischen 12:00 und 12:30 Uhr. Während der Pause ging ich meistens in das Restaurant im Nebengebäude, wo man für ca. 7-8 Euro einen Mittagstisch bestellen konnte. Nach dem Essen entspannte ich oft im Japanischen Garten, einem Park neben dem Bürogebäude. Dort konnte man spazieren gehen und das japanische Design genießen. In meinem Projektteam war ich für den Support des ERP-Systems eines Kunden aus den USA zuständig. Ich nahm an Einführungstreffen teil und erhielt Schulungen über ITIL und Scrum. Ich durfte bei der Ticketbearbeitung mitwirken und habe dabei viele neue Einblicke und Arbeitsmethoden gewonnen, die ich mit meinen Kollegen in Deutschland teilen kann. In der letzten Praktikumswoche durfte ich in der internen IT-Abteilung arbeiten. Mir wurde die gesamte Infrastruktur erklärt und ich durfte selber einen Mitarbeiter im System anlegen und ihm einen Laptop vorbereiten.
Die Firma bot auch viele Team-Building-Maßnahmen an, wie gemeinsames Wakeboarden am Wochenende, Team-Spiele und Quiz mit Preisen. Diese Aktivitäten haben viel Spaß gemacht und Abwechslung in den Arbeitsalltag gebracht.
Meine Freizeit verbrachte ich meistens mit den anderen Teilnehmern in der Innenstadt. Wir gingen zusammen essen und erkundeten die Stadt. Vilnius hat eine vielfältige kulinarische Küche, von Pizza bis hin zu litauischen Gerichten wie kalter Rote-Bete-Suppe oder Cepelinai. Die Innenstadt von Vilnius ist wunderschön mit neuen Parks, modernen Straßen und einem gut funktionierenden Bussystem. Die Stadt ist sehr digital, man kann praktisch überall mit Karte zahlen und benötigt kein Bargeld. Das Bussystem war anfangs etwas schwer zu verstehen, aber nach kurzer Zeit konnte ich es problemlos nutzen. Es gab eine App, die von der Stadt entwickelt wurde und detaillierte Informationen zu den Busverbindungen lieferte. Wir besichtigten viele Sehenswürdigkeiten in Vilnius wie den Gedimans Tower, die Vilnius Street, die Altstadt, den Kathedralenplatz, Trakai, die Business Area und die Weiße Brücke. Das Nachtleben am Wochenende war besonders unterhaltsam, da wir als Gruppe viel Spaß hatten. In der Vilnius Street befinden sich zahlreiche Clubs und Bars, wo wir uns oft aufhielten.
Ein Auslandspraktikum über GoForEurope zu absolvieren ist eine einzigartige Chance, die ich jedem Auszubildenden mit voller Überzeugung empfehlen kann. Auch ich hatte vor meiner Abreise und Zusage viele Zweifel und Bedenken, ob ein Auslandspraktikum das Richtige für mich ist. Fragen wie “Werde ich mich wohl fühlen?” oder “Wie werden mich die anderen Teilnehmer und das Unternehmen aufnehmen?” beschäftigten mich. Doch im Nachhinein wurden all diese Bedenken widerlegt, als ich eine der schönsten Zeiten meines Lebens erlebte.
Während meiner vier Wochen im Ausland konnte ich nicht nur viele neue Menschen kennenlernen, sondern auch wertvolle Einblicke gewinnen und mich persönlich weiterentwickeln. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass das Leben und Arbeiten in anderen Ländern genauso lohnenswert sein kann. Ich habe erkannt, dass ich mir durchaus vorstellen kann, für eine gewisse Zeit im Ausland zu arbeiten und zu leben. Besonders erfreulich war zudem, dass wir als Gruppe von vier jungs eine außergewöhnlich starke Verbindung zueinander aufbauen konnten. Es fühlte sich an, als würden wir uns schon seit unserer gemeinsamen Grundschulzeit kennen.
Insgesamt möchte ich alle Auszubildenden dazu ermutigen, ein Auslandspraktikum zu absolvieren und diese einzigartige Gelegenheit zu nutzen. Es wird neue Horizonte eröffnen, sowohl persönlich als auch beruflich, und unvergessliche Erfahrungen bieten. Ein solches Praktikum ermöglicht es einem, über sich hinauszuwachsen, seine Grenzen zu erweitern und wertvolle Beziehungen aufzubauen. Ganz gleich, welche Zweifel oder Ängste man anfangs haben mag, die positiven Erfahrungen und Erinnerungen werden diese bei Weitem überwiegen.
Nutzt also diese Gelegenheit, um euren Horizont zu erweitern, neue Kulturen kennenzulernen und euren persönlichen sowie beruflichen Werdegang voranzutreiben. Ein Auslandspraktikum wird euch neue Perspektiven bieten und euch auf eurem Ausbildungsweg bereichern.

