Michelle und Katharina in Lettland
  • Name: Katharina & Michelle
  • Ausbildungberuf: Kauffrau für Büromanagement & Fachinformatikerin für Anwendungstechnik
  • Praktikumsort: Riga/Lettland
Es war einmal in einem fernen Land: eine Gruppe Azubis, die versuchte sich durch einen Wirrwarr an lettischen Gesprächsfetzen und Straßenbahnlinien zu kämpfen…

Aber Spaß beiseite: Das Auslandspraktikum in Riga, Lettland war eine super Chance nicht nur sich selbst, sondern auch eine fremde Kultur besser – in der Straßenbahn wohl auch manchmal zu gut – kennenzulernen.

In der Studentenunterkunft, die sehr international geprägt war, brachen neben spontanen Gesangseinlagen beim gemeinsamen Kochen auch hitzige Diskussionen auf Englisch über Lieblingsfußballvereine aus. Auch mit fremden Menschen auf der Straße kamen oft Gespräche zustande:  ein älterer Herr, der in der Straßenbahn auf Lettisch Hilfe bei der Bedienung seines Smartphone wollte, ein verzweifelter Reisender, der den richtigen Bus suchte oder eine Gruppe junger Erwachsener, die versuchte uns zu überreden mit ihnen ein lettisches Lied in der Karaokebar zu singen, obwohl wir doch (bis auf die im Sprachkurs aufgefassten Standardphrasen) gar kein Lettisch konnten!

 

In besagtem Sprachkurs gab es auch den ein oder anderen Faux pas, was das Erlernen der Lettischen Sprache aber umso witziger gestaltete. So haben wir uns z.B. mit dem Namen angesprochen um auf Lettisch den Namen zu erfragen oder wir wollten komplizierte Worte wie „wundervoll“ auf Lettisch lernen, wobei die Aussprache eine Gedichtsanalyse auf Englisch wie ein Picknick aussehen lässt.

 

Aber nicht nur hier konnten wir viel lernen, auch in den Praktikumsbetrieben gab es einige neue Abenteuer zu entdecken.

Katharina: Ich unterstützte ein kleines lettisch-kanadisches Unternehmen für Feuerlöschsysteme. Der Pförtner freute sich wie ein Schnitzel mich jeden Morgen auf Deutsch mit „Guten Morgen“ begrüßen zu können, mein Betreuer fragte oftmals nach meiner Meinung und der Geschäftsleiter erklärte mir den Aufbau und die einzigartigen Herausforderungen an ein Unternehmen mit Nischenprodukten.

Ich durfte die Nachbereitung einer Messe in Hannover übernehmen und so Werbetexte auf Deutsch übersetzen, potentielle Partner anschreiben, Präsentationen erstellen, Recherche betreiben und sogar Einschätzungen über potentielle deutschen Zielgruppen abgeben.

Michelle: Während des Aufenthalts durfte ich eine kleine Firma für Messgeräte bei der Gestaltung einer Webseite unterstützen. Hauptsächlich beschäftigte ich mich mit unterschiedlichen Webseiten-Buildern, mithilfe welcher man Webseiten trotz wenig Programmiererfahrung bauen kann. Gegen Ende des Praktikums startete ich mit dem Aufbau der künftigen Unternehmensinternetseite.

Nach gut schwäbischer Art haben wir natürlich gegen Ende des Praktikums einen „Ausstand“ gebacken – und wurden dafür wohlwollend belächelt –  das ist in Lettland wohl nicht üblich, hoppla.

 

Riga ist eine kulturell vielfältige und wunderschöne Stadt, wir können jedem Menschen mit Kunstbegeisterung empfehlen diese zu besuchen: neben dem Laima Schokomuseum (mit Schokiworkshop) besuchten wir noch das nationale Kunstmuseum, die Nationalbibliothek, das Besatzungsmuseum, das Modemuseum, eine multimediale Kunstshow, den botanischen Garten, sahen uns die Architektur in der Altstadt an und machten eine geschichtliche Rätsel-Stadttour mit dem Smartphone.

 

Ein Auslandspraktikum können wir jedem nur wärmstens empfehlen, der offen und unvoreingenommen ist und gerne über sich selbst hinauswächst.

Wir haben sowohl beruflich viel lernen können (z.B. den deutschen Markt aus Sicht Außenstehender) als auch persönlich (z.B., dass wir mutiger sind als gedacht und schnell neue Kontakte aufbauen können). Auch konnten wir uns im Praktikum kennenlernen, dadurch beste Freundinnen werden und denken immer wieder gerne an unsere Auslandserfahrung in der Stadt der Katzen zurück.