Franziska in Valencia

Name: Franziska

Ausbildungsberuf: Technische Systemplanerin für Gebäude- und Ausrüstungstechnik

Praktikumsort: Valencia, Spanien

Meine Chefs waren sofort begeistert, und glücklicherweise einverstanden, mich den Monat freizustellen. Am Flughafen angekommen, fühlte sich alles noch ziemlich irreal an. Dort traf ich auf Moana, Hanna und Lorenzo, die ebenfalls einen Platz im Go for Europe-Programm bekommen hatten. Schnell wurde aus Fremden eine ziemlich geile Gruppe!

 

Während meinem 4-wöchigen Aufenthalt wohnte ich, zusammen mit Moana, bei einer liebevollen, älteren Dame die wir „Abuelita“ nennen. In dieser Zeit hat sie uns bekocht, Wäsche gewaschen und und immer wieder einen Tipp für’s Leben gegeben. In der ersten Woche belegte ich einen Spanisch-Kurs an der Sprachschule. Durch eigenständiges Lernen hatte ich magere Vorkenntnisse, die ich vor dem Praktikum höher einschätzte, als sie dann schlussendlich, in Spanien angekommen, tatsächlich waren. Schon die Verständigung mit der Gast-Omi musste meine Mitbewohnerin größtenteils für mich übernehmen. Am Ende war es mir möglich mich meistens selbst mit ihr zu unterhalten und habe mittlerweile das Sprach-Niveau A2 erreicht. Ich belegte einen Kurs auf Niveau A1, in meiner Klasse hatten wir eine tolle Lehrerin und Schüler in jedem Alter und von überall her. Die Geschichten der Menschen haben jede Pause gefüllt.

 

In Woche 2-4 ging es an mein Praktikum, am Freitag davor lernte ich noch schnell meine Kollegen des spanischen Gastbetriebes kennen und sah den Platz an dem ich die nächsten Wochen arbeiten werde. Das Team von Tecnival Ingeniería besteht aus Antonio- dem Chef, und drei weiteren Herren, alle zusammen sitzen wir in einem Raum in der ersten Etage. Das Geschäft hat eine tolle Lage und ist zu Fuß nur 10  Minuten von meinem Zuhause und der „Stadt der Wissenschaft und Kunst“ entfernt. Am Montag dann die große Herausforderung: ein neues Zeichen-Programm mit komplett anderer Struktur, wie das dass ich in Deutschland nutze; dieses sollte ich mir mit Hilfe von YouTube Videos selbst beibringen. Somit verbrachte ich die komplette erste Woche damit mir das Programm mit Videos und der Bedienungsanleitung beizubringen, und Gelesenes direkt an meinem Projekt zu testen. In Woche 3&4 arbeitete ich wie einer von Ihnen mit und so langsam machte es richtig Spaß – alle waren zufrieden. Zu meinen Aufgaben zählte das Erfassen von Gebäuden und vorgenommene Änderungen nur durch Bilder abzuändern, Schemata zeichnen und Elektrik in Gebäuden zu positionieren. Letzteres war neu für mich, da ich in Deutschland nur für Heizung, Lüftung und Sanitär verantwortlich bin.

 

Während meines Aufenthalts habe ich gelernt noch lockerer zu werden, mich nicht selbst zu sehr unter Druck zu setzen,  mich an Mentalität und Arbeitsweisen anzupassen (Beginn 9Uhr, 2h Mittagspause), einfach alles laufen lassen!! Ich für mich selbst habe gelernt wie schön ich es in Deutschland auf meiner Arbeit habe. Unerwarteter Weise waren die Menschen hier weniger kommunikativ als in Deutschland.

 

An den Wochenenden ging es dann zur Sache, wir lernen das spanische Nachtleben kennen, da darf auch der Sprung ins Meer nach dem Club nicht fehlen. Aber auch unter der Woche ist viel geboten, die Sprachschule bietet kostenlose Stadtführungen an, vergünstigte Eintritte für verschiedenste Sachen wie Museen, das Hemisferico usw., während des kompletten Aufenthalts. Unter anderem besteht die Möglichkeit an Intercambios teilzunehmen, hier treffen sich Menschen von überall in einer Bar, um ihr spanisch zu trainieren, neue Kontakte zu knüpfen und den Abend schön ausklingen zu lassen. Sonntags gingen wir mit der Sprachschule auf Exkursion, mit dem Bus wurde jedes Mal zu einem neuen Städtchen gefahren und hier durfte jeder für sich entscheiden, ob er an der Führung teilnimmt oder selbst auf Erkundung geht.

 

Abschließend muss man sagen, dass die Erfahrung unbezahlbar ist, tolles Land, spannende Kultur, feurige Spanier, leckeres Essen, top organisiert und die Menschen rund um die ganze Welt, die ich hier kennenlernen durfte, bleiben mir Freunde fürs Leben. Wer die Möglichkeit hat sich auf ein solches Praktikum zu bewerben, sollte es definitiv versuchen! Die Stipendienzuschüsse machen das Ganze noch attraktiver, und ist somit auch in jeder Lage kostenmäßig möglich. Sowas funktioniert nur mit genug Ehrgeiz und einem so großartigen Betrieb, wie mein Arbeitgeber  Fa. Brenner in Biberach, die einen unterstützen und motivieren. Valencia ist eine schöne, vielfältige Stadt, in der ich mir vorstellen kann, noch einmal für eine Weile zu leben.