8. November 2021
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Name: Claudia
Ausbildung: Schreinerin
Praktikumsort: Tralee/Irland
Vier Wochen lang hatte ich das Vergnügen in der irischen Schreinerei B&C Joinery Massivholztreppen zu bauen – vom Aufmaß bis zum Einbau konnte ich alle Schritte der Herstellung erlernen und überall Hand anlegen. Ob gerade oder gebogene Treppen, ob aus Teak, Pappel oder Eiche – Bob und Brian machen so ziemlich alles (und beschränken sich zusätzlich nicht nur auf Treppen, sondern bauen auch viele Türen in Rahmenbauweise).
Für mich persönlich eine große Freude war der ausschließliche Umgang mit Vollholz und die neuen Denkanstöße, welche die beiden mir gegebenen haben; denn das Vater-Sohn Team arbeitet ganz ohne CNC-Maschine und kommt mit selbst-gebauten Schablonen und einer Oberfräse bestens aus. Lediglich ein paar Maschinen und etwas Hirnschmalz wird gebraucht, um alles bauen zu können, was man will.
Nie fehlen durften die Teepausen – die gehörten einfach dazu und halfen, den sehr aktiven Arbeitstag etwas zu entschleunigen. Der Arbeitstag startete und endete mit einer Tasse Schwarztee und Milch – sich das wieder abzugewöhnen könnte schwierig werden… Dazu kam das sehr angenehme Arbeitsklima im Betrieb, direkt von Anfang fühlte ich mich wohl und als Teil des Teams. Und wenn die Arbeit so viel Spaß macht, dass es sich fast schon nicht mehr wie Arbeit anfühlt, dann weiß man, dass man alles richtig gemacht hat. Zahlreiche Erfolgsmomente konnte ich erzielen, was auch daran lag, dass Treppenbau ein komplett neuer Arbeitsbereich für mich war und ich so viel Neues und Interessantes gelernt habe.
Natürlich war meine Zeit in Irland aber nicht nur mit Arbeiten verbunden – meine Wochenenden waren gefüllt mit Ausflügen quer durch Kerry. Nicht umsonst trägt die Region den Titel der „schönsten Ecke Irlands“: Ring of Kerry, Gap of Dunloe und Valentia Island sind nur ein paar Beispiele atemberaubender Orte, die ich zu sehen bekam. Klippen und Berglandschaften soweit das Auge reicht; die Natur war echt zum Verlieben. Plus, in nur zehn Minuten am Meer zu sein hat natürlich auch nicht geschadet.
Wer von Irland spricht, spricht automatisch über die unzähligen Pubs, die überall zu finden sind. So urig, gemütlich und typisch irisch wie diese sind, so sind auch die Menschen, die in ihnen verweilen. Die pure Anzahl an herzlichen Bekanntschaften (egal ob kurz oder lang), die ich hier machen durfte überstieg jegliche Erwartungen. Zwei fremde Damen, die mich in Galway auf einen Cider einluden und die zweistündige Konversation, die daraus entstand. Kellnerinnen, die einen „love“, „darling“ und „honey“ nennen. Befreundete Handwerker, die während der Mittagspause vorbeikamen und sich zu einer Tasse Tee dazusetzten. Meine unglaublich tolle Gastmama, von der ich mich gar nicht mehr verabschieden wollte – die Iren gaben mir ein so wohlig warmes Bauchgefühl wie man es sich überall nur wünschen würde. Gar keine Frage, ich werde auf jeden Fall wiederkehren!
Zurück zuhause schaue ich sehr glücklich auf meinen Monat in Irland zurück. Für die Erfahrungen, die ich hier dank GoForEurope machen konnte bin ich unheimlich dankbar und würde ein solches Praktikum wirklich jedem empfehlen, der noch ein bisschen mehr aus seiner Ausbildung herausholen möchte.

