19. October 2020
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Auslandspraktikum im Penny Lane Café
Name: Judith
Ausbildung: Konditorin
Auslandspraktikum in: Aalborg, Dänemark
Ich weiß gar nicht, womit ich anfangen soll. Vermutlich am besten damit, dass ich 4 wundervolle Wochen in Dänemark hatte und es kaum erwarten kann, wieder dorthin zurück zu kehren. Ich kann jedem, der die Möglichkeit bekommt, ein Auslandspraktikum zu machen nur empfehlen, das auch zu tun. Es ist eine große Chance, um für kurze Zeit ins Ausland zu gehen und neue Dinge ausprobieren zu können – sowohl bei der Arbeit als auch persönlich. Man kommt in Kontakt mit vielen neuen Leuten, sieht eine andere Art zu Arbeiten und lernt neue Herangehensweisen kennen.
An meinem Ankunftstag wurde ich von einem Mitarbeiter der dänischen Partnerorganisation am Flughafen abgeholt und in die Unterkunft gebracht. Es war eine WG mit drei anderen Personen, mit denen ich mir die Küche und das Bad teilte. Wir haben uns alle gut miteinander verstanden.
Am nächsten Tag habe ich bei der Partnerorganisation einen Einführungstag bekommen. Dabei wurde mir einiges über Dänemark und die dänische Kultur erklärt, außerdem hatte ich gleich meine erste Einheit des Dänisch-Sprachkurses. Meine Ansprechpartnerin Dorthea hat mich anschließend noch ein bisschen in der Stadt herum geführt und mir geholfen, mich zu Recht zu finden. Sie zeigte mir, wo mein Gastbetrieb ist, wo ich am besten zum Einkaufen gehe und gab mir weitere nützliche Informationen.
Nun zu mir: Ich bin Konditorin im dritten Lehrjahr und durfte mein Praktikum im “Penny Lane Café” in Aalborg machen. Jeder hat mir im Voraus vorgeschwärmt, wie toll der Betrieb sei. Vor meinen ersten Arbeitstag war ich sehr aufgeregt, ich wurde jedoch sehr freundlich aufgenommen und herumgeführt. Dann durfte ich auch schon mit der ersten Aufgabe anfangen. Ich habe mich gefühlt, wie zwei Jahre zuvor, als ich meine Ausbildung angefangen habe und noch keine Ahnung davon hatte, wo ich welche Zutat finde und wie ich bei den Rezepten vorgehe. An diesem Tag war allgemein nicht so viel Arbeit zu erledigen und ich hatte früher Feierabend. Jedoch ging ich mit gemischten Gefühlen nach Hause, denn ich war etwas enttäuscht und hatte mir mehr erhofft. Dadurch, dass alle im Voraus so von diesem Betrieb geschwärmt hatten, ich an diesem Tag noch nicht all zu viel machen konnte und alle Mitarbeiter etwas zurückhaltend waren, wurden meine hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt. Jedoch habe ich nach einigen Tagen festgestellt, dass das einfach die dänische Art und Reserviertheit neuen Leuten gegenüber ist. Die Reserviertheit sank von Tag zu Tag und so habe ich mich jeden Tag wohler und willkommener gefühlt. Am Ende dieser 4 Wochen war ich ein richtiger Teil des Teams, auch wenn ich leider die dänischen Witze noch nicht verstehen konnte. Ich durfte immer mehr machen und ich war auch überrascht, welche Aufgaben und Verantwortungen mir übertragen wurden und welches Vertrauen das Team mit entgegenbrachte.
Ich habe in Dänemark viele neue Sachen gelernt und viele neue Gebäckformen entdeckt, die ich aus Deutschland so nicht kannte oder noch nicht gemacht habe. Hier ein kleiner Überblick: Croissants wickeln, Kanelsnegl (Zimtschnecken), Brownies, Bærtarter (Beeren-Torteletts), Gateâu-Marcel (eine sehr schokoladige Torte), Kys (Mergingen) und noch so vieles mehr, was den Rahmen dieses Erfahrungsberichts sprengen würde. Besonders gut gefiel mir das Dekorieren mit frischen Blumen, getrockneten Blüten und mit gefriergetrockneten Früchten. Jeder durfte sich ausprobieren und so dekorieren, wie es ihm gefiel. Wenn ich anfange von meinem Praktikum zu schwärmen, kann ich kaum noch aufhören. Auch habe ich festgestellt, dass es in Dänemark diese Form der Hierarchie mit Chef, Geselle, Auszubildender, wie in Deutschland nicht gibt. Hier macht jeder alles und der Umgang ist sehr locker und entspannt, was zu einer sehr familiären Arbeitsatmosphäre geführt hat.
In den ersten zwei Wochen hatte ich weiterhin den Sprachkurs bei der Dänin Dorthea, der Mitarbeiterin der dänischen Organisation. Der Sprachkurs hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe gelernt, mich auf Dänisch auszudrücken. Sie war außerdem meine Ansprechpartnerin vor Ort und hat sich rührend um mich gekümmert. Beim Dänisch Lernen ist sie super auf mich eingegangen. Sie hat mir jede Frage beantwortet und mir auch geholfen, typisch dänische Gerichte (die ich unbedingt probieren sollte) und auch typische Mitbringsel für zuhause zu finden. Kurz gesagt: ich hätte mir keine bessere und wundervollere Ansprechpartnerin wünschen können.
In meiner Zeit in Dänemark habe ich außerhalb der Arbeit viel von der Stadt Aalborg gesehen und war besonders von der StreetArt begeistert. Ich habe ausgiebige Spaziergänge am Fjord gemacht, mir den Sonnenuntergang angeschaut, habe das Kunst-Museum besucht und in den schönen und unterschiedlichen Parks verweilt. Am Ende der 4 Wochen war ich dann traurig, dass es schon wieder nach Hause geht und die Zeit so schnell vergangen ist.
Und zuallerletzt möchte ich mich noch ganz herzlich bei meiner Ansprechpartnerin von Go.for.europe bedanken, die mir diese tolle Erfahrung überhaupt erst ermöglicht hat. Sie hat mich trotz der Coronabedingungen sicher nach Aalborg und auch wieder zurück nach Deutschland gebracht und ich wusste, dass ich mich mit allem an sie wenden kann.
Danke für diese wunderschöne Erfahrung!

