Tim in Torquay

Tim in Torquay

Es war viel zu kurz!

Name: Tim
Ausbildung: Holzwert Handwerk & Design
Auslandspraktikum in: Torquay, England

In der Berufsschule erhielt ich von meinem Berufsschullehrer einen Flyer über ein mögliches Auslandspraktikum mit Go.for.europe. Ich war sofort begeistert und schrieb meine Bewerbung noch kurz vor Weihnachten. Um den Jahreswechsel ging es dann ziemlich schnell und ich erhielt die Zusage für das Praktikum in England. Auch seitens meines Ausbildungsbetriebs und von der Gewerblichen Schule wurde ich frei gestellt. Für die Vorbereitung trafen wir uns ca. 3 Wochen vor Abreise in Stuttgart.

 

In England angekommen wurde ich als erstes zu meiner Gastfamile gebracht. Vom Flughafen dorthin war von der Partnerorganisation ein Bustransfer organisiert und so wurde ich bei einem älteren Ehepaar ohne Kinder mit Hund untergebracht. Dort wohnten noch zwei weitere Gastschüler aus Spanien. Die erste Woche fand der Englisch-Sprachkurs in der Schule statt. Wir waren 4 Schüler aus Deutschland, 2 Schüler aus der Türkei und 10 Schüler aus Ecuador. Der Lehrer sprach sogar ein paar Worte deutsch. In meiner Freizeit konnte ich Städte und die Gegend erkundigen und einmal am Wochenende sogar nach London fahren. Hierzu bin ich mit dem Bus über das Land gefahren und die Fahrt dauerte ca. 5 Stunden. Auch an die Küste sind wir gefahren.

 

In den nächsten drei Wochen arbeitete ich bei der South-Devon-Railway. Dies ist ein Eisenbahn-Verband, welcher historische Eisenbahnen und -Wagons restauriert. Hierbei lernte ich das Arbeiten an historischen Dampfloks und Wagons kennen. Beispielsweise wurden detailgetreu sogar Schrauben nicht durch neue „Bits“, sondern durch die bisher verwendeten Schlitzschrauben ersetzt. Ich durfte Becherhalterungen neu – auch nach altem Vorbild – herstellen. Gemeinsam haben wir alte Tische endmontiert und neue Tische hergestellt. Wichtig war dem Verband insbesondere, die Restauration mit Handarbeit durchzuführen. So wurden Schrauben nicht mit einem Akkuschrauber entfernt sondern per Hand herausgedreht. Detailtreue und das Verwenden von Originalteilen oder Hölzern war sehr wichtig. Die Schreinerei war in einer großen Werkstatthalle untergebracht, so dass die Waggons mit einer Lok in die Werkstatt hineingeschoben und wieder herausgezogen wurden. Einmal durfte ich auch mit einer Dampflok mitfahren. Das hat mir auch sehr gut gefallen, auch mit Blick auf die Technik.

 

Um zu meiner Arbeitsstelle zu gelangen, fuhr ich täglich ca. 1 Stunden mit dem Bus dorthin. Die Kollegen waren sehr nett und hilfsbereit und zeigten mir viel neues. Dort konnten wir auch gemeinsam das Mittagessen zu uns nehmen. Das Wetter war in meiner Zeit in England ganz gut, es blühten sogar erste Frühlingsblumen.

Ich kann jedem ein solches Auslandspraktikum empfehlen, es hat mir sehr viel Spaß gemacht und seitens der Beteiligten war alles toll organisiert. Auch ein Notfallkontakt stand zur Verfügung. Ein erster Satz in Deutschland zurück bei meinen Eltern war: „Es war viel zu kurz“. Dies macht deutlich, wie gut es mir gefallen hat. Ein herzliches Dankeschön an alle Organisatoren.