Paul in Budapest

Paul in Budapest

Nein man, ich will noch nicht gehen!

Name: Paul
Ausbildung: Viato GmbH
Auslandspraktikum in: Budapest, Ungarn

Sziastok!

Mit einer eher nüchternen Erwartung für das Praktikum bin ich gemeinsam mit neun lieben Leuten an einem Sonntagabend nach Budapest geflogen, um dort die kommenden vier Wochen zu leben und arbeiten. Am Apartment wurden wir von einer freundlichen Mitarbeiterin der Partnerorganisation empfangen, die uns zum und durch das Apartment führte, in dem wir unsere Zeit verbringen und nächtigen würden. Dieses war bescheiden und hellhörig, was uns zunächst ein bisschen ernüchterte.

Nach einer relativ kurzen Nacht ging es erst mal los mit einem Englisch-Sprachkurs, der insgesamt fünf Tage bzw. die erste Woche andauerte. Die Englischprofessorin war eine äußerst liebe Dame, die uns hauptsächlich wirtschaftliche Themen näher brachte und uns viel zum (Arbeits-)leben in Budapest erzählen konnte. Nachmittags klapperten wir „Touri-like“ die Sehenswürdigkeiten, wie das Buda Castle und die Basilica, ab und genossen hin und wieder natürlich auch das „Pester“ Nachtleben in „Ruin Bars“ und Clubs.

 

Schon in der ersten Woche merkte ich, dass Ungarn bzw. Budapest, zwar nicht weit entfernt, aber doch ganz anders ist. Die Menschen sind ein wenig anders, die Gebäude sind nicht in einem super Hochglanz und generell wirkt es einfach nicht ganz so wohlhabend wie Deutschland. Aber doch genau das habe ich der kurzen Zeit zu lieben gelernt, denn, vor allem während meines Einsatzes im Praktikum, war ich irgendwann nicht mehr Touri, sondern habe irgendwann ein bisschen dazu gehört. Langsam lernte ich ein paar Wörter Ungarisch, um mich verständigen zu können und merkte auch, dass die Ungarn es sehr zu schätzen wissen und tatsächlich auch lächeln können. Auch „banale“ Dinge, wie die Metro jeden morgen zu fahren, sich seinen Kaffee in seinem Lieblingsbäcker zu holen und mit den Arbeitskollegen Mittag essen zu gehen – ein Gefühl des Dazugehörens, das man nicht bekommt, wenn man hier nur für einen Wochenendtrip zu Besuch ist.

 

Mein Praktikumsplatz, ein Hotel, befand sich direkt am Déak Ferenc Tér, quasi dem Mittelpunkt der Pest- bzw. Zentrumsseite. Sprich: ein absoluter Volltreffer, selbst wenn die Arbeit nicht grandios gewesen wäre. Die Kollegen empfingen mich herzlich und sprachen alle Englisch und teilweise sogar Deutsch und Französisch. Sie führten mich rum und zeigten mir meinen Arbeitsplatz an der Rezeption, wo ich später bei Check-In/Outs und verschiedenen weiteren Tätigkeiten zur Hilfe stand. Auch musste ich viel Deutsch reden, da ein großer Teil der Gäste aus Deutschland und der Schweiz kommt (wobei diese mich immer gefragt haben, ob ich Deutsch in der Schule gelernt habe und es deshalb so gut sprechen kann…;-)). Insgesamt hat der Praktikumsplatz meine Erwartungen haushoch übertroffen, da es trotz der drei Sterne kein „snobbiges“ Hotel mit unnötig strengen Regeln ist, sondern eine entspannte und sehr menschliche Atmosphäre hat. Nach meist gemeinsamen Abendessen gingen die anderen Praktikant/innen und ich jeweils in kleinen Gruppen weiter die Stadt. Mal erkundeten wir die Széchenyi-Therme, mal auf einen Berg, mal ginge es raus aus Budapest, um so viel wie möglich mitzunehmen. Auch habe ich viele wundervolle Menschen aus der ganzen Welt (und natürlich auch Einheimische) kennengelernt und viel mit ihnen erlebt und teilweise sind sogar Freundschaften entstanden, die hoffentlich eine lange Zeit halten

 

Mein persönliches Fazit:

Meine Erwartungen waren, dass das Leben ein bisschen anders ist in Budapest, aber nicht besonders aufregend oder für mich persönlich l(i)ebenswert. Dazu muss gesagt werden, dass die längste Zeit, die ich jemals im Ausland verbracht habe, 5 Tage waren.

Diese Erwartungen musste ich schnell revidieren, weil der Auslandsmonat zum einen eine wirklich krasse Erfahrung war und zum anderen, weil ich diese Stadt so sehr zu lieben gelernt habe, dass ich am liebsten verlängert hätte.

Letztendlich ziehe ich das Fazit, dass Budapest so verdammt toll ist, dass ich es als potenziellen Standort für ein (oder zwei) eventuelle(s) spätere Auslandssemester in Erwägung ziehe.

Zum Schluss möchte ich sagen: Wenn ihr euch überlegt, dieses Praktikum zu absolvieren: Lasst euch darauf ein! Diese Stadt ist nur wirklich schön, wenn man sich nicht isoliert, sondern zu integrieren versucht und alles mitnimmt, was man kann.