Elias in Dublin

Elias in Dublin

Ich denke, dass ich dadurch viel selbständiger geworden bin und ich würde jedem jungen Menschen empfehlen, diese Erfahrung auch zu machen.

Name: Elias
Ausbildung: Kreissparkasse Böblingen
Auslandspraktikum in: Dublin, Irland

In der Berufsschule stellte uns die Klassenlehrerin ein Programm der IHK Stuttgart vor. Sie erklärte, dass sich kaufmännische Auszubildende aus Baden-Württemberg für ein Praktikum in Dublin oder Amsterdam bewerben können. Das Praktikum selbst ist Teil des Erasmus-Programms der Europäischen Union. Ich war sofort begeistert, zumindest bis ich realisierte, dass der Auslandsaufenthalt vom 30.09.2018 – 27.10.2018 komplett in einem Schulblock liegen würde und ich deshalb viel Unterrichtsstoff verpassen würde. Am Ende beschloss ich, mich trotzdem zu bewerben. Bevor ich es richtig realisieren konnte, stand ich am Stuttgarter Flughafen mit 15 weiteren Auszubildenden und Flugtickets nach Dublin in der Hand.

 

In Dublin angekommen, wurden wir in Zweiergruppen Gastfamilien zugeordnet. So lebte ich bei einer irischen Witwe und Oma, zusammen mit einem Industriekaufmann aus Pforzheim. In der ersten Woche hatten wir vormittags einen Sprachkurs bei einem irischen Sprachlehrer, der uns in Business Englisch unterrichtete. Nachmittags hatten wir immer genug Zeit, die Stadt zu erkunden und zum Beispiel das Guinness Store Haus (Brauerei) oder das Trinity College (renommierte Universität) zu besichtigen. Schnell lernten wir die offenherzige und lebensfrohe Kultur der Iren kennen und schätzen. Natürlich habe ich auch mit den anderen Azubis das ein oder andere Guinness, zum Beispiel in dem berühmten Pub „Temple Bar“, getrunken. Am ersten Wochenende machten wir als Gruppe an einem Ausflug zu den Cliffs of Moher (Steilklippen). An den weiteren Wochenenden besuchte ich noch die Hafenstadt Howth und die Wicklow Mountains (Gebirgszug mit vielfältiger Flora).

 

In den folgenden drei Wochen arbeitete ich in einer Steuerberatung mit dem Namen Taxworld, die auch ein Computerprogramm zur automatisierten Steuerberatung entwickelt. Hier lernte ich das Arbeiten in einer irischen Firma kennen, das sich meines Erachtens stark von der Arbeit, die ich im Laufe meiner Ausbildung bislang kennengelernt habe, unterscheidet. Mich überraschte die Arbeitsatmosphäre in meinem Betrieb. Ich dachte, dass meine Kollegen kommunikativer wären, wie die anderen Einheimischen, die ich schon während meines Aufenthalts kennengelernt hatte. Doch in Wirklichkeit wurde in der Arbeitszeit von 9-17 Uhr kaum ein Wort gesprochen, die Kollegen kommunizierten alle über ein internes Chatprogramm, das wie Facebook aufgebaut ist. Diese Arbeitsweise war zu Beginn ungewohnt, doch mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und merkte, dass meine Kollegen in der Mittagspause auch kommunikativer waren und über das Wetter redeten oder einen Spaß machten. Während meiner Arbeit musste ich mit Excel umgehen, um die mir gestellten Aufgaben lösen zu können. Eine Aufgabe war zum Beispiel das Aktualisieren von Steuererklärungen für Mandanten der Kanzlei anhand von aktuellen Kontoauszügen und Rechnungen.

 

Mein ganz persönliches Highlight war, dass ich durch meinen deutschen Sportverein den Kontakt zu einem Sportverein in Dublin bekommen habe und dort unter besten Bedingungen und in einem sehr netten Umfeld auch während meines Auslandsaufenthaltes mein privates Hobby, Gewichtheben, betreiben konnte.

 

Mein persönliches Fazit:

Durch das Praktikum hat sich mein Englisch verbessert und ich habe viel Neues im Bereich Excel gelernt. Darüber hinaus habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, mich alleine in einer Großstadt mit einer anderen Kultur zurechtzufinden. Ich denke, dass ich dadurch viel selbständiger geworden bin und ich würde jedem jungen Menschen empfehlen, diese Erfahrung auch zu machen. Final kann ich sagen, dass das Ganze viel Spaß gemacht hat und mir immer positiv in Erinnerung bleiben wird.