Dorothea in Valencia

Hallo Spanien!

Name: Dorothea
Ausbildung: Schreinerin – Türenmann GmbH & CO. KG
Auslandspraktikum: Valencia, Spanien

Morgens um 6:00 stehe ich am Stuttgarter Flughafen und drehe mich ein letztes Mal um: „Tschüss mein geliebtes Deutschland, ab nach Spanien!“. Wenige Stunden und einen Zwischenstopp in der schweizerischen Hauptstadt Zürich später heißt es: „Hallo Spanien!“ Klimaschock! Ich tausche erstmal meine Stiefel gegen Flip-Flops aus, Mütze und Winterjacke packe ich in meinen Koffer. In Deutschland hatte es gerade den letzten Schnee gehabt. Jetzt begrüßen mich warme Sonnenstrahlen und Palmen.

 

Ein super netter und gut gelaunter Mann namens Jorge hat ein Schild mit meinem Namen in den Händen und ich fühle mich fast ein wenig wichtig. Jorge spricht sowohl Deutsch als auch Spanisch, aber wir unterhalten uns gleich in der Landessprache, deshalb bin ich ja schließlich hergekommen. In dem Stadtviertel Benimaclet reihen sich die Hochhäuser aneinander. Eine Wohnung in einem dieser Häuser ist meine Unterkunft. Hier angekommen stehen wir in einer palmengesäumten Straße. An der Hauseingangstür bin ich erstmal irritiert. Keine Namen auf den Klingelschildern, nanu? Das sei hier überall so, meint Jorge. Man klingle nach dem Stockwerk und der Wohnungsnummer.

 

Meine Gastomi wird hier in Valencia vom Institut, welches gleichzeitig mein Sprachkurs Veranstalter und mein Praktikumsplatz Vermittler ist, liebevoll „Señora“ genannt, so wie alle anderen Gastmütter und -omis auch. Mein Zimmer ist gemütlich, ordentlich und sauber. Die Señora kocht, putzt und wäscht Wäsche für mich. Das ist eine große Umgewöhnung für mich, aber gibt mir andererseits die Möglichkeit, mich voll auf meinen Sprachkurs in der ersten Woche und die Arbeit in den verbleibenden drei Wochen zu konzentrieren.

 

Meine Partnerorganisation in Valencia ist das Sprachinstitut „Aip“. Dort, nur fünf Minuten zu Fuß von meiner Unterkunft entfernt, belege ich eine Woche lang einen Sprachkurs zusammen mit vielen anderen Lernwilligen. Viele davon kommen für ein ganzes Jahr nach Spanien, alle Altersgruppen sind vertreten. Zu Beginn wird mein Sprachniveau durch einen schriftlichen und mündlichen Test eingestuft. Dementsprechend werde ich einer Klasse zugewiesen, die aus etwa 10 Schülern besteht. Meine Lehrer sind cool drauf und gehen individuell auf jeden ein. Nach dem 7 Stunden Tag darf jeder der will in die Bibliothek und mit Lehrbüchern und Fragebögen weiterlernen. Außerdem bietet das Institut fast täglich neue Aktivitäten wie gemeinsam einen Surf Kurs machen an.

 

In Valencia hat sich kein Schreiner finden lassen, bei dem ich hätte arbeiten können. Daher ist mein Arbeitgeber die staatliche Segelschule Valencia. Mein Arbeitsplatz ist einfach nur umwerfend. Alle sind so freundlich und hilfsbereit, dass ich mich sofort wohl fühle. Ich darf selbstständig in der kleinen, gut ausgestatteten Werkstatt arbeiten. Bei durchschnittlichen 30 Grad ist es ganz gut, dass der Raum schattig ist. Das Rolltor zur Werkstatt ist immer geöffnet und ich sehe die Mitarbeiter Segelkurse geben und Boote warten. Auch die Pausen sind lustig und es herrscht immer gute Laune unter einem Pavillon, wo zu Mittag alle gemeinsam essen.

 

In jeder Lage wurde mir geholfen und alle meine Fragen wurden beantwortet. Ein Praktikum im Ausland kannst du also ohne Probleme absolvieren, nur zwei Dinge brauchst du: Lust und Motivation für deinen Beruf. Ergreife die Chance, denn hinter ihr verbirgt sich ein einzigartiges Erlebnis. Du kannst Abstand von dem Alltagstrott, der sich manchmal einschleicht, gewinnen. Auf einmal hast du Platz für Neues und es tun sich wieder tausend Möglichkeiten auf. Mir hat es auch sehr gut getan. Also los ins Abenteuer!