Anabela in Dublin

Anabela in Dublin

„Veni, Vidi, Amavi.“ – Ich kam, sah und liebte.

Name: Anabela Leal Costa
Alter: 22
Ausbildung: Bankkauffrau mit Zusatzqualifikation Finanzassistent bei der Sparkasse Hohenlohekreis
Auslandspraktikum in: Dublin, Irland

Die Zeit bis zum 17.09. verging wie im Flug und schon saß ich aufgeregt im Flugzeug von Stuttgart nach Dublin. Tausende Gedanken schossen mir durch den Kopf: Wie ist die Gastfamilie? Komme ich mit meiner Zimmerpartnerin aus? Gefällt es mir in Irland? Wächst die Gruppe zusammen? Wie wird es so im Betrieb? – Im Nachhinein betrachtet habe ich mir ganz umsonst Gedanken gemacht.

In Dublin angekommen wurden wir von einem Busfahrer abgeholt und zu unseren Gastfamilien gebracht. Die Spannung stieg, aber dort angekommen fühlte ich mich sofort wohl! Meine Gastmama war super lieb und die Wohnsituation war deutlich besser als ich erwartet hatte.

In der ersten Woche hatten wir einen Business-Sprachkurs, der leider nicht so starken Businessbezug hatte, wie wir uns erhofft hatten. Dafür blieb in dieser ersten Woche neben den Unterrichtszeiten ausreichend Zeit, Dublin näher kennenzulernen.

Wie sich herausstellte hat Dublin alles zu bieten, was man sich nur wünschen kann: Den wunderschönen Stadtkern mit irischem Charme, weiter außerhalb heimisches Kleinstadtfeeling, einige Parks, wunderschöne Strände, Straßenmusiker, viele Pubs mit und ohne Live-Musik, ein ausgezeichnetes Nachtleben, unglaublich nette Menschen und viele unterschiedliche Nationen. Alles war gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, mit denen man nach anfänglichen Startschwierigkeiten am Ende sehr gut zurecht kam – und wenn man doch noch nicht heim wollte, warteten auch Taxis an jeder Straßenecke.

Ab der zweiten Woche startete das Praktikum im Betrieb und alle waren sehr nervös. Mein Praktikumsbetrieb verkaufte Frankierungsmaschinen. Frankierungsmaschinen! Das hat ja überhaupt nichts mit meinem Ausbildungsberuf zu tun und ist bestimmt auch total langweilig, dachte ich. – Falsch gedacht!

Mein Betrieb war nämlich ein Start-up-Unternehmen, das es erst seit 1,5 Jahren gibt. Dementsprechend steckten viele Abläufe und organisatorische Strukturen noch in den Babyschuhen. Das bedeutete, dass es viele spannende und abwechslungsreiche  Aufgaben zu tun gab, bei denen man wusste, dass sie wichtig für das Unternehmen sind und nachhaltig zu dessen Effizienz und Wachstum beitragen. Ich wiederum hatte so die Gelegenheit, an den mir gestellten Aufgaben zu wachsen und viel zu lernen.

Auch die Arbeitsatmosphäre war toll – man wurde auf Augenhöhe behandelt und meine Ideen und Vorschläge wurden ernst genommen. Während der Bearbeitung meiner Aufgaben wurde ich sehr unterstützt und am Ende habe ich auch immer tolle Rückmeldung bekommen. Die Mitarbeiter waren alle mehr als herzlich zu mir und ich fühlte mich in dem Betrieb wie in eine Familie aufgenommen.

An den Wochenenden hatte ich natürlich Gelegenheit aus Dublin herauszukommen und Irland von seiner schönsten Seite kennenzulernen. Die Natur in Irland hat mir oft den Atem geraubt: Das grünste Gras, das ich je gesehen habe, wunderschöne Klippen, raue Strände und tolle Landschaften. Irland ist definitiv eine Reise wert!

Die Gruppe, die nach Dublin entsendet wurde, bestand aus sehr unterschiedlichen Menschen. Aber entgegen aller Bedenken ist die Gruppe von Woche zu Woche immer mehr zusammengewachsen und es sind wirklich tolle Freundschafte n entstanden. Ich habe mit ihnen wunderschöne Momente geteilt, die ich nie mehr vergessen werde.Dementsprechend fiel mir der Abschied von Irland und den Personen, die mir während der Zeit dort ans Herz gewachsen sind, sehr schwer. Doch am Ende dachte ich: Kopf hoch! Es ist kein „Tschüss!“ sondern nur ein „Bis bald!“.

 

Mein persönliches Fazit:
Ich muss zugeben, dass ich Irland bis zur Entsendung als Reiseziel nie auf dem Radar hatte. Vielleicht hat dieses wunderbare Land mein Herz deshalb im Sturm erobert. Dublin hat sich während meines kurzen Aufenthaltes hier tatsächlich von der unbekannten Hauptstadt Irlands zu meiner zweiten Heimat entwickelt. Und das meine ich wörtlich, denn ich habe mich fest dazu entschlossen früher oder später hierher zu ziehen – sei es auch nur für kurze Zeit.